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Eiskaffee selbst gemacht

20 Januar 2014 in Allgemein

Echte Kaffeeliebahber lassen sich auch nicht durch heiße Temperaturen davon abhalten, einen frisch gerösteten und aufgebrühten Kaffee zu trinken. Und das ist auch gut so. Doch manchmal hat man auch Lust auf ein kaltes Getränk. Wie wäre es dann mit einem Eiskaffee? Mit einem Eiskaffee lässt sich der Kaffeegenuss mit einer kalten Erfrischung verbinden.

Eiskaffee bekommt man natürlich bei so ziemlich jedem Café oder Eisdiele und es gibt mittlerweile auch Fertigpulver für Eiscafe. Aber echte Geniesser bevorzugen einen individuellen Eiscafe mit der besonderen Note. Die Beste Methode dafür ist: Eiskaffee selbst machen

Eiskaffee selbst machen  - Welcher Kaffee ?

Im Grunde genommen kann man ganz einfachen Filterkaffee dafür nehmen und sicherlich ist hochqualitativer und hochpreisiger Kaffee aus der Kaffeerösterei zu teuer um damit einen Eiskaffee herzustellen. Nichtsdestotrotz kann man mit einem besonderen Kaffee natürlich auch eine besondere Note in den Eiskaffee zaubern. Wenn schon selbst gemacht, dann richtig, oder?

Eiskaffee selbst machen – Welches Eis?

Auch hier kann man natürlich Standard-Eis (Vanille) aus dem Supermarkt nehmen. Wer auch hier individueller sein möchte, ganze sein eigenes Eis herstellen. Dazu benötigt man eine Eismaschine. Mit einer Eismaschine kann man einfach und schnell Eis nach den eigenen Wünschen herstellen.

Exkurs: Eismaschinen

Eis für Eiskaffee selbst machen  - Welche Eismaschine

Ihr habt noch keine Eismaschine und wisst auch nicht worauf es dabei ankommt? Gerne geben wir auch hierzu ein paar Tipps. Bei Eismaschinen gibt es zwei unterschiedliche Konzepte.

1. Eismaschine mit Kompressor

2. Eismaschien mit Kühlbehälter.

Bei einer Eismaschine mit Kompressor, wird das Eis von der Maschine selbst gekühlt. D.h. die Zutaten müssen vorher nicht (zwingend) gekühlt werden. Mit einer Eismaschine mit Kompressor kann man also spontan und schnell Eis herstellen. Wenn gewünscht auch mehrmals hintereinander. Da Eismaschinen mit Kompressor recht teuer sind (über 200€), lohnt sich die Anschaffung nur, wenn man vorhat viel Eis zuzubereiten.

Für all diejenigen, die nur ab und zu Eis selbst machen möchten, empfehlen wir eine Eismaschine mit Kühlelement. Bei einer solchen Eismaschine muss man den Behälter, in den später die Zutaten reinkommen, mehrere Stunden im Eisfach kühlen und so auf Betriebstemperatur bringen.Eismacschinen mit Kühlement bekommt man ab ca. 20€.

Die Seite http://www.eismaschinen-test.com bietet gute Tipps und Empfehlungen zu Eismaschinen.

 

Eiskaffee selbst machen – Zutaten

Für ein Glas Eiskaffee empfehlen wir folgende Zutaten;

  • 1 Glas (idealerweise eins für Eis bzw. Eiskaffee. Ein einfaches hohes Glas tuts aber auch)

  • frisch gebrühter Kaffee (200ml)

  • 1-2 EL Zucker

  • 2 Kugeln Vanilleeis (je ca. 70g)

  • Sprühsahne

  • Schokoladenspäne

Eiskaffee selbst machen – Zubereitung

Die Zubereitung eines Eiskaffees ist ganz einfach.Man brüht den Kaffee wie gewohnt auf. Allerdings sollte der Kaffee etwas stärker sein als normal, da sich der Kaffee mit dem Eis vermischt. Der Kaffee wird mit dem Zucker gesüßt und anschließend kalt gestellt. Ist der Kaffee abgekühlt, gibt man das Eis in das Glas und schüttet anschließend den Kaffee drüber. Anschließend noch mit Sahne besprühen und mit den Schokostreuseln garnieren. Wer möchte kann noch einen Schuß Amaretto oder Eierlikör dazu gebe. Anschließend noch mit Sahne besprühen und mit den Schokostreuseln garnieren. Fertig ist der leckere erfrischende Eiskaffee.

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Was Kaffee alles kann… in Zahlen

26 August 2013 in Allgemein

Erst in diesem Jahr hat sich das Magazin BrandEins ganz dem Kaffee gewidmet. Dabei sind unglaublich viele interessante Fakten rund ums Thema Kaffee zusammengekommen. Zum Beispiel, dass es ein Nord-Süd-Gefälle gibt und anders als erwartet die nördlichen Europäer mehr Kaffee trinken als etwa die Spanier. Ich habe mir die erstaunlichsten Fakten herausgesucht.
Obwohl Kaffee wir Kaffee oft alleine wegen seiner muntermachenden Eigenschaft trinken, werden in Deutschland und Europa immer mehr entkoffeinierte Kaffees hergestellt. Alleine in Deutschland hat der Erzeugungswert von Kaffee ohne Koffein sich prozentual mehr als verdoppelt und ist von 80,5 Millionen Euro 200 auf über 208 Millionen Euro bis 2011 gestiegen! Es scheint, als würden immer mehr Menschen Kaffee ohne Muntermacher-Funktion wollen.

Von atemberaubenden 25 000 000 Kaffeebauern weltweit werden gerade einmal 444 000 Kleinbauern von Fairtrade-Herstellern gefördert. Die meisten als fairetrade zertifizierten Hersteller sitzen in Peru, Kolumbien und Mexico. Da bleibt nur zu vermuten, wie viele die große Mehrheit der Kaffeebauern im Schnitt für unsere Tasse Kaffee so bekommen. Positiv ist dagegen, dass rund ein Drittel des Kaffees, der in Deutschland in Cafés oder Restaurants über den Tresen wandert fairetrade ist.

In Deutschland trinken 84,4 Prozent mindestens einmal pro Woche Kaffee – über solche Werte würden sich Politiker bei Wahlen als Ergebnis wohl sehr freuen. Den höchsten Kaffeekonsum können übrigens Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vorweisen. Am Ende vom Jahr haben alle in Deutschland zusammen 73 000 000 000 Tassen Kaffee getrunken – so viele Nullen machen direkt wieder müde! Die meisten dieser Tassen werden wohl zu Hause, bei Freunden oder im Büro getrunken, denn da trinken die Deutschen ihren Kaffee am liebsten. Wahrscheinlich sind deshalb auch Kaffee-Tassen so beliebte Geschenke unter Freunden und Kollegen. Die gibt es mittlerweile mit den verrücktesten Gadgets: als Warm-Kalt-Thermotassen, die ihr Motiv mittels Hitze verändern oder auch sogar eine selbstrührenden Kaffee-Mug habe ich entdeckt!

Die Selbstrührende Tasse

Interessant ist auch, dass daheim die meisten Menschen am liebsten Filterkaffee trinken und unterwegs dann aber eine knappe Mehrheit Cappuccino oder Latte Macchiato ordert. Daheim werden in 64,7 Prozent der Fälle noch Kekse für den Besuch gereicht. Der Keks wird auch von 75 Prozent der Café-Besucher geschätzt.

Noch mehr Infos und Fakten zum Thema Kaffee in Zahlen findet ihr hier.

 

 

 

 

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Auf einen Kaffee mit … Olga Sabristova von Die Kaffee aus Düsseldorf

18 November 2011 in Interviews, Kaffeerösterei, Nordrhein-Westfalen, Persönlichkeiten, Röster

Dieses Interview habe ich mit Olga Sabristova, der Gründern von der Kaffeerösterei Die Kaffee in Düsseldorf geführt. Olga ist 36 Jahre alt, kommt gebürtig aus Kirgisistan und lebt nun seit mittlerweile 16 Jahren in Deutschland.

Vor dem Interview hat sie mir bereits erzählt, wie es zu dem ungewöhnlichen Namen „Die Kaffee“ gekommen ist: Da Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, hat sie früher gedacht, dass die Verwendung von „die“ ein Wort betont, wie z.B. in dem Satz „Das ist DIE Frau“. Der Name „Die Kaffee“ ist daher einerseits eine Andeutung auf ihre nichtdeutsche Herkunft aber eben auch eine Betonung, dass es um DEN Kaffee geht.

 

Kaffeerösterei die Kaffee

Olga beim Kaffeezubereiten

Hallo Olga, wie wär’s, wenn Du Dich einfach mal kurz vorstellst und vielleicht auch kurz was dazu sagst, wie Du zum Kaffee rösten gekommen bist, warum Du jetzt gerade hier bist und was Du so vor hast.

Ich bin schon seit 8 Jahren Barista und nach meiner letzten Baristameisterschaft an der ich in Hamburg letzten Sommer teilgenommen habe, bin ich auf den Geschmack gekommen, dass man einfach Kaffee nicht nur kreativ selbst kreiert, sondern ich dachte , ich möchte auch selbst rösten. Ich bin nicht abhängig vom Röster und ich kann so selber meinen Geschmack rauskitzeln aus dem Kaffee.

Und dann habe ich ein Praktikum in einer Rösterei gemacht.  Das hat mir Spaß gemacht. Dann bin ich nach Luxemburg gefahren und dort habe ich meine ganze Lehre gemacht bei einem Röstmeister – Schramer,  Alfons Schramer. Und dann habe ich alles gelernt, die ganze Rösterei.

Ich wollte immer in Düsseldorf eine Rösterei aufmachen, meine eigene Kaffeebar und dann kam da noch die Rösterei mit dazu, damit ich meine Getränke nicht nur kreieren kann, selbst rösten kann, macht eigentlich ziemlich viel Spaß.

 

Die Kaffeerösterei

Die Rösterei von außenj

Wie lange gibt es Euch bzw. Dich jetzt hier an diesem Standort?

Ich bin heute 2 Monate alt.

 

Genau, ja ich hatte auch im Kopf, dass es recht neu ist. Das ist ja sehr schön. Schauen wir doch mal wie sich das entwickelt. Betreibst Du das jetzt alleine oder hast Du noch einen Partner?

Ich betreibe hier alleine. Ich habe natürlich einen Partner, der sich um den Papierkram kümmert, Steuerberatung und so was. Das macht er schon gerne. Aber ich bin der Handwerker im Laden und der, der die Kunden berät, röstet und zubereitet, eigentlich bin ich hier der Herr im Hause.

 

Dann ist das hier auch das einzige Geschäft was Ihr habt?

Genau.

 

Wer röstet bei Euch? Hast Du eigentlich schon beantwortet.

Ja, ich selbst.

 

Der Kaffeeröster Giesen W6Du selbst, genau, prima. Und ich habe es selber schon gesehen hier, der steht ja wirklich mitten im Raum, der Giesen W6 Röster. Das  ist erstmal so ein Blickfang für die Kunden.. Wie oft täglich, bist Du dann wirklich aktiv an der Maschine?

So zwei, drei Mal die Woche röste ich. Meistens immer Vormittags, da ist es etwas ruhiger, so dass der Kunde, wenn er reinkommt, er kann den Kaffeeduft noch erleben, riechen, weil Kaffee, wenn das geröstet wird, leider riecht das kaum. Aber man kann zum Beispiel Handwerk erleben, live sehen, wie die Kaffeebohne vom grünen Zustand in braun übergeht. Weil viele denken noch nach wie vor, dass Kaffee einfach braun auf dem Baum wächst.

 

Ja, ich finde das gehört auch einfach dazu, zu einer Kaffeerösterei. Das heißt, Du machst vormittags und dann eher nach Ladenschluss, weil es ist ja schon auch eine Lautstärke, die so eine Röstmaschine entwickelt oder?

Nee, das passiert wirklich tagsüber. Weil abends wollte ich die Nachbarn nicht belästigen, weil der Kaffeegeruch im Laden riecht wenig aber draußen mehr.

 

Gibt es denn bestimmte Schwerpunkte bezüglich der Länder oder vielleicht sogar Farmen aus denen Du Deinen Kaffee beziehst?

Ja, ich kaufe sehr gerne Kaffee aus Indien. Ich habe hier ganz tolle Robusta, 100 % Robusta, zum Beispiel Palthope Estate.  Diese Sorte finde ich extrem schön, weil ich biete auch reine Sorten im Laden, das auch als Espresso aber auch als Kaffee geeignet ist. Ich habe wenig Blends, sondern einfach nur reine Sorten. Ich möchte dem Gast einfach anbieten, dass er reine Sorten erstmal probieren kann, bevor wir das als Mischung machen. Und nach Kundenwunsch machen wir eine Mischung. Aber dieser Robusta ist besonders schön. Jeden Tag entwickeln die sich immer weiter, immer weiter. Man kann eine Sorte dann tagelang trinken und es schmeckt immer intensiver immer schokoladiger. Eigentlich eine hervorragende Sorte. Das mag ich wirklich und es läuft hier sehr sehr gut. Das andere, das ich auch gerne mag, zum Beispiel aus Brasilien Kaffee Brazil Dutra das ist auch eine Plantage. Den Bauer kenne ich persönlich noch nicht, habe aber schon viel davon gehört. Und mit diesem Kaffee habe ich sehr gute Erfahrung gemacht. Das sind auch kleine Parzellen, von denen ich kaufe. Nicht nur riesige Plantagen, sondern kleine Lots, wo ich einfach meinen Kaffee dann speziell beziehe, weil ich auch diesen Geschmack speziell finde auf dem Markt.

 

Den Kaffee, beziehst Du den dann direkt von den Farmen oder von einem Importeur?

Fast. Dass gehört einem Mann, also gehört nicht, aber der betreut, überwacht diese Plantagen persönlich. Er fliegt immer hin und schaut einfach wie die Leute da arbeiten, welche Umstände, wie die bezahlt werden, dass auch ein fairer Handel stattfindet usw. Und deswegen, ich vertraue denen einfach, wie die die Arbeit erledigen und ich denke, dass es einfacher ist, wenn es nur durch einen Verkäufer läuft.  Das es ist nicht so über mehrere läuft, sondern einer fliegt hin und ich bezahle ihn und er überweist sein Geld weiter an die Plantagen.

Die Kaffeebohnen

Hast Du auch einen Onlineshop wo Du Deinen Kaffee verkaufst?

Ja, genau, Onlineshop wird angeboten, läuft auch gut. Jetzt haben viele in der letzten Zeit eingekauft, erstmal müssen sie probieren und dann geht’s weiter.

 

Okay. Vielleicht gibt’s ja noch mal einen kleinen Boost zum Weihnachtsgeschäft hin.

Genau, da gibt’s ein paar Überraschungen noch dazu.

 

Und was ist zurzeit Dein Lieblingskaffee? Ist das der den wir jetzt trinken?

Genau, das, was wir gerade trinken. Das ist aus Brasilien, Veloso. Den finde ich sehr schön, weil er dieses Fruchtaroma hat, wie schwarze Johannesbeere, finde ich. Viele finden das nicht raus aber ich mag das, ich rieche das extrem schön. Ich bin verliebt in die Sorte. Meine erste Naturbereitung geröstet.

 

Naturaufbereitet, Du hast es vorhin schon kurz gesagt, ist …

Mit Fruchtfleisch.

 

Halb trocken.

Genau.

 

Wie trinkst Du den? Wie bereitest Du den zu? Hast Du eine Lieblingszubereitungsart ?

Ja, es werden sich alle wundern, ich mag Siebträger schon aber nicht alle Sorten. Ich favorisiere manche Sorten aus Handfilter, finde ich extrem schön, lecker, aromatisch. Das ist nicht böse Schwiegermutter-Getränk, sondern wirklich einen schönen kräftigen Kaffee kann man aus Handfilterverfahren machen.

 

Ja, ich muss zugeben, ich mag Handfilter auch sehr sehr gern. 

Der schmeckt richtig elegant, wenn das fruchtig, diese Fruchtsäure ist elegant einfach nur, hat aber trotzdem intensives Aroma.

 

Genau. Es ist noch so sehr schön handwerklich auch. Die Zubereitung selber, gehört schon eigentlich dazu zum Kaffee trinken.

Genau.

 

Okay, vielleicht gibt’s noch einfach ein paar Sachen, die Du über Deine Rösterei erzählen willst. Was hast Du so vor? Was macht Dich speziell?

Also meine Kaffeerösterei, es war eigentlich so geplant, dass es so ein Handwerkgeschäft, wo alles geschieht, alles rund um Kaffee. Hier wird Kaffee geröstet, von mir selbst zubereitet. Ich hoffe von meinem Mitarbeiter auch irgendwann. Der Gast kann sich hier nach vielen verschiedenen Zubereitungsarten Kaffee bestellen, ob das Handfilter oder French-Press-Kanne oder Siebträgermaschine. Also alles was man sich vorstellen kann mit dem Kaffee, das wird hier geschehen. Alles am Tisch, alles live zubereitet. Und was unsere Rösterei besonders ein bisschen macht, man darf hier alles, wirklich alles rund um Kaffee und man kann sein eigenes Essen oder Kuchen mitbringen. Ich möchte hier nicht, dass es Kaffeeduft mit Essen vermischt. Einfach nur wenn man reinkommt, nur reiner Kaffeeduft.

 

Das ist sehr schön, ein interessantes Konzept. Ich habe auch gesehen, dass Ihr doch recht viele Sitzplätze auch habt. Wie viele sind das?

Oh, ich habe nicht nachgezählt. Auf jeden Fall, kommt darauf an wie groß man selbst ist.

 

Sagen wir mal so 20 oder so ungefähr?

20, glaube ich, würden schon reinpassen.

 

Sitzplatzbereich in der Kaffeerösterei

Der Sitzplatzbereich in der Kaffeerösterei

Ich packe ja auch noch ein Foto mit rein, da kann man das dann auch sehen. 

Genau. Aber hier gibt es Möglichkeiten, die Leute sitzen sehr gerne am Fenster hier.  Was ich nur  nicht erlaube, auf den Kaffeesäcken zu sitzen, das geht nicht.

 

Achso, da muss Du ab und zu mal jemanden runterscheuchen, wenn es voll ist?

Ja sobald jemand das versucht, sofort „Nein nein nein, aufstehen, das geht nicht.“

 

Dann sind wir eigentlich schon bei der letzten Frage, die ist so ein bisschen in die Richtung, wie siehst Du eigentlich den Kaffeemarkt im Moment bzw. auch die Entwicklung in der Zukunft, also sowohl Kaffeemarkt allgemein als auch natürlich für Euch oder für Dich als Kleinrösterei und eben der Spezialitätenkaffee in Deutschland, was so die Entwicklung angeht?

Ich glaube, ich habe jetzt doch einen richtigen Zeitpunkt gefunden, dass ich meinen eigenen Laden aufgemacht habe. Das gerade mal in so einem guten Zustand, wo noch nicht alles entdeckt wurde aber die Leute sind neugierig und die sind für die Kaffeewelt total offen. Sie probieren sehr gerne. Die Leute schätzen auch Qualität und Handwerk und auch wenn sie sehen, dass es alles hier selbst gemacht wird. Und ich glaube, wir haben eine gute Zukunft. Wir werden es doch schaffen. Natürlich Konkurrenz schläft nicht. Man muss auch mal aufpassen, dass man auch bei seiner Qualität bleibt, wenn man dann etwas größer wird. Die Qualität nicht verlieren, bodenständig bleiben aber trotzdem macht es schon sehr viel Spaß.

 

Deine Kunden, kommen die hauptsächlich hier jetzt irgendwo aus dem Stadtteil oder ganz Düsseldorf oder sogar noch weiter weg, falls Du das überhaupt weißt?

Ich habe hier Kunden aus Köln, Wuppertal. Ich habe hier einen Stammkunden, der kommt zwei Mal im Monat aus Norwegen, wenn er Termine hier hat. Der kommt immer speziell auf diese Robusta zurück, weil er möchte unbedingt diesen Robusta-Espresso trinken und immer nach Norwegen mitnehmen. Und zwar, er fragt immer welcher Rösttag ist das. Das ist der 11. Tag nach dem Rösten, dann kauft er die Bohne, weil dann schmeckt ihm diese Bohne nach dem 11. Tag genau richtig.

 

Tatsache. Hat der das für sich so ausgetestet?

Genau, genau.

 

Dann bedanke ich mich für das Interview  und wünsche ich Dir auf jeden Fall viel Erfolg mit Deinem noch jungen Unternehmen. 

Danke schön.

 

Und hier nochmal das Interview als Audio-Datei:
Auf einen Kaffee mit Olga Sabristova von der Kaffeeroesterei Die Kaffee by kaffeepioniere

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Auf einen Kaffee mit … Andreas “Pingo” Felsen von Quijote Kaffee aus Hamburg

30 September 2011 in Hamburg, Interviews, Persönlichkeiten, Röster

Dieses Interview habe ich mit Pingo am 02. August 2011 bei Roasters & Baristi geführt

Hallo Andreas, stell dich doch kurz vor uns erzähl uns, wie du zum Kaffee(rösten) gekommen bist?

Moin moin, ich bin Pingo von der Quijote Kafferösterei. Ich bin zum Kaffeerösten gekommen vor ungefähr 16 Jahren. Da haben wir journalistisch Lateinamerika bereist um über Bauernaufstände zu berichten, auf Grund unserer Aktivität in der Gewerkschaft. Und wir sind dort vielen Kaffeebauern begegnet, die sich auf Arten und Weisen organisiert haben, die uns sehr zugesagt haben. Und aufgrund meiner Affinität zu Lebensmitteln und insbesondere zu Getränken war das dann eine sehr schöne Möglichkeit. Wir haben uns damals mit ein paar Freunden zusammengetan aus unserer Gewerkschaft und haben einen Kaffeevertrieb von diesen Kleinbauern-Kooperativen gegründet – “Cafè Libertad” hieß das damals – mit Schwerpunkt Mexiko, Chiapas. Und da haben wir angefangen, Kaffee zu importieren. Ein paar Jahre später habe ich dann angefangen, Kaffee zu rösten.

Seit wann gibt es euch?

Seit 1999 importiere ich Kaffee aber mich bzw. uns als Quijote Kaffeerösterei, gibt es nun seit November 2010.

Wie viele Mitarbeiter seid ihr?

Momentan sind wir zu zweit, ein Dritter wird gerade eingearbeitet. Unser Ziel ist es, dieses Jahr oder zu Beginn nächsten Jahres auf vier Personen zu wachsen. Perspektivisch wollen wir gerne zu fünft sein. Mitarbeiter ist bei uns wahrscheinlich ein ganz gutes Wort, denn wir arbeiten im Kollektiv. Wir haben also keine Angestellten, sondern alle sind gleichberechtigt in dem Unternehmensgefüge.

Wer röstet bei euch. Alle Mitarbeiter oder nur du?

Das werden wir dann sehen, wer alles röstet. Alle wesentlichen Aufgaben werden bei uns von mindestens zwei Personen ausgeführt werden müssen. Momentan röste ich. Allerdings hat Steffi auch schon so viel gelernt, dass sie unsere Standardröstung unserer Kaffees auch alle röstet und rösten kann.

Welchen Röster verwendet ihr?

Wir haben einen 15 kg Probat aus Izmir, aus der Türkei, den wir ein bisschen umgebaut haben. Wir haben bessere Thermometer eingebaut, an besseren Stellen platziert. Wir haben uns bessere Thermostate eingebaut, eine Profilsteuerung und ein Ventil zur Regelung der Gasflamme was er nicht serienmäßig hat, erschreckender Weise. Wir kaufen uns dieses Jahr voraussichtlich noch einen 30 kg Röster. Wir wissen aber noch nicht was für ein Fabrikat.

Gibt es Schwerpunkte bezüglich der Länder, aus denen ihr röstet?

Wir rösten ausschließlich Kaffees, die wir selber importieren. Das führt dazu, dass wir hauptsächlich Kaffees aus Lateinamerika rösten, weil das die Region ist in die wir am meisten gereist sind und in die wir am meisten reisen. Das wird auch unser Schwerpunkt bleiben. Darüber hinaus tauschen wir noch Kaffees. Da haben wir zum Beispiel Kaffees aus Äthiopien, die wir nicht selber importieren, sondern mit anderen Importeuren tauschen gegen unsere Kaffees.

Welche Packungsgrößen kann man bei euch kaufen?

250 g bis für Gastronomie 1 kg.

Kaffee kann man bei euch auch online kaufen?

Es ist eigentlich nur möglich Kaffee online bei uns zu kaufen, wir haben keinen eigenen Laden. Wir mögen gar nicht so gerne über den Handel gehen. Weder über Vertriebe noch über den Handel, weil das Einbeziehen von Rabatten in unsere Preiskalkulation bedeuten würde. Wir halten lieber den Preis für den Endverbraucher niedrig, in dem wir nicht über den Handel gehen und dementsprechend die Normalverkaufspreise bei uns sehr niedrig ansetzen. Wenn wir über den Handel kalkulieren würden, müssten wir unsere Preise um ungefähr 20 % erhöhen. Also bei uns bestellen über den Webshop ist die Lieblingsmethode von uns Kaffee zu verkaufen.

Was ist zurzeit dein Lieblingskaffee und wie trinkst du ihn/bereitest du ihn zu?

Mein Lieblingskaffee momentan ist ein Natural, den wir uns mitgebracht haben als Sample aus Ecuador. Der riecht penetrant nach künstlichem Kirscharoma und den werden wir hoffentlich demnächst auch in fünf Säcken bei uns haben. Zubereitet haben wir den mit dem Hario-Filter.

Was möchtest du mir sonst noch über eure Rösterei erzählen? Was macht euch speziell?

Das ist ganz schön viel. Das ist so komplex, das wo wir besonders sind. Also wir sind in Deutschland sehr speziell, auf Grund mehrerer Faktoren. Das sind alles Faktoren, die es in anderen Ländern zumindest einzeln schon gibt und die teilweise in anderen Ländern auch selbstverständlich sind. Allerdings ist es bei uns (Anm.: in Deutschland) in mancherlei Beziehung die Entwicklung noch ein bisschen langsamer. Uns zeichnet aus, dass wir ausschließlich – wie eben schon gesagt – Kaffees rösten, die wir selber importieren. Diese Kaffees importieren wir auf ähnlichen Grundlagen wie damals der faire Handel, mit der Ausnahme, das unsere Mindestpreise ungefähr doppelt so hoch sind. Und dass wir eine Qualitätskomponente in die Preisbindung mit einbauen. Also ein Anreiz nicht auf Masse zu produzieren, sondern auf Qualität zu produzieren.

Ansonsten ist es ähnlich wie der faire Handel ehemals. Uns zeichnet ansonsten aus, dass wir sehr transparent arbeiten. Wir bemühen uns alles transparent zu machen was möglich ist. Da gibt es auch kein Tabu. Transparenz bezieht sich halt sowohl auf unsere Kaufverträge und Kalkulationen aber auch auf unsere Röstung, Röstparameter und Mischungsverhältnisse von den Blends. Und online sind die meisten Röstparameter einzusehen, also zwei Temperaturkurven zumindest, so dass man als Röster oder als Heimröster sich auch daran orientieren kann, wie wir arbeiten und uns gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge zukommen lassen kann, was wir noch besser machen können an unseren Röstungen.

Welche Entwicklung siehst du für die Zukunft im Kaffeemarkt allgemein und für Kleinröstereien und Spezialitätenkaffees im Speziellen.

Im Allgemeinen hoffe ich auf weiterhin steigende Preise, um es den Leuten, die den Kaffee anbauen, zu ermöglichen, bessere Qualitäten anzubauen und weiterhin ihrem Beruf nachzugehen zu können. Das wir  in Zukunft weiterhin Qualitätsverbesserung sowohl im Anbau sehen als auch eine Steigerung des Know-Hows hier innerhalb der engagierten Kleinröstereien. Was wir in den letzten Jahren ja schon beobachten konnten, ist, dass sich wirklich viele Leute, die hier vertreten sind, zumindest viele Leute jetzt bei Roasters und Baristi,  intensiver mit Kaffee beschäftigen als Röstereien in den letzten 30 Jahren in Deutschland zuvor. Und dass wir bei den engagierten Kaffeeröstereien sicherlich noch weitere Qualitätssteigerungen bemerken werden können.

 

Und hier das Interview nochmal als Audio-File

Auf einen Kaffee mit … Andreas Pingo Felsen by kaffeepioniere

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Eindrücke von der coffeena

12 September 2011 in Allgemein

Am vergangenen Wochenende fand die Kaffee-Messe coffeena in Köln statt. Die Fachmesse coffeena hatte ihre Premiere im Jahr 2009 und fand in diesem Jahr zusammen mit der Eu´Vend  – der internationalen Fachmesse für die Vending-Automatenwirtschaft – statt.

Insgesamt hat man der Messe angemerkt, dass ihr Fokus eher im Business-to-Business-Bereich im Bereich Automaten und Gastronomie liegt. Ein Großteil der Stand-Flächen wurden von Unternehmen besetzt, die ihre Verkaufs- und Kaffee-Automaten vorführten oder Gastronomie-Zubehör anzubieten hatten. Für jemanden wie mich, der sich für Spezialitätenkaffee von kleinen Kaffeeröstereien interessiert, ist das natürlich weniger attraktiv.

Der Stand der Röstergilde

Das "Laboratorium" der Röstergilde

Viel interessanter war da der Stand der deutschen Röstergilde. Im Foyer der Messe aufgebaut war er ein richtiger Hingucker. Da im Foyer auch ordentlich Platz war, konnte sich die Röstergilde schön ausbreiten und mit einer schönen Holz-Theke (die aussah, als wäre sie von roestbar aus Münster, nicht wahr, Mario?), einem langen Holztisch und Kaffeesäcken eine angenehme Atmosphäre schaffen. Der Duft von frisch geröstetem und gemahlenem Kaffee trug noch dazu bei. Die Röstergilde hat sich hier selbst präsentiert, Kaffee ausgeschenkt und interessante Vorführungen insbesondere zur Kaffeezubereitung durchgeführt. Der Name des Standes “Laboratorium” War also Programm: Es wurde kalt extrahiert, gekocht und experimientiert. Die Zubereitung im Syphon habe ich hier in einem Video festgehalten.

Der Röst-Duft kam vor allem aus dem angrenzenden Außenbereich. Dort standen drei Kaffeeröster: ein Diedrich, ein Giesen W6 und ein Probat Probatino Röster. Beim Live-Rösten konnte man u.a. Mario Joka bei der Ausübung seines Handwerks über die Schulter schauen. Vertreter der jeweiligen Hersteller standen für Fragen bereit.

Kaffeeröster Giesen W6 auf der coffeena 2011

Giesen W6 Kaffeeröster

Die Berlin School of Coffee war in der Haupthalle am Stand von IFBI mit einer Kaffee-Theke vertreten. In einem Konferenzraum wurden von der School of Berlin 90minütige Kaffee- und Barista-Workshops angeboten. Den Kaffee-Workshop habe ich mir angeschaut und werde demnächst an dieser Stelle darüber berichten. Den Stand der Kaffeeschule Hannover konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr besuchen. Die haben an ihrem Stand den Coffee-Cup Cologne 2011 ausgerichtet. Eine „kleine Meisterschaft“ mit den Disziplinen Cupping, Mustererkennung, Multiple-Choice-Test und Zubereitung.    Das muss ich bei nächster Gelegenheit mal nachholen.

Erwähnenswert finde ich noch den Stand von Martin Kienreich mit dem er sein Buch „FAQ Kaffee“ promotete. In Form von Antworten auf Frquently Asked Questions gibt er Antworten auf allgemeine Fragen zum Kaffee, Fragen zur Röstung, Zubereitung und so weiter.  Das Buch ist über 200 Seiten stark und wartet wirklich mit einer Menge Wissen auf. Das Buch ist sicherlich auch ein gutes Geschenk für Kaffeeliebhaber.

Fazit: Wie ich eingangs geschrieben habe, hat man der Messe angemerkt, dass sie sich eher als b2b-Messe versteht. So richtig tolle Entdeckungen habe ich nicht gemacht. Sehr interessant waren die Vorführungen der Röstergilde, das Live-Rösten und der Kaffee-Workshop. Bei mir war die Anreise sehr kurz, ansonsten kann man sich schon die Frage stellen, ob sich der Besuch lohnt.

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Auf einen Kaffee mit … Annika Taschinski von elbgold

17 August 2011 in Hamburg, Interviews, Persönlichkeiten, Röster

Hallo Annika! Wie wär’s, wenn Du Dich kurz vorstellst und mir erzählst, wie Du zum Kaffee bzw. Kaffeerösten gekommen bist und wie sich Elbgold entwickelt hat, in den letzten Jahren?

Also erstmal muss man ja sagen, dass nicht ich zum Kaffee gekommen bin, sondern Thomas und ich, wir beide. Wir sind auch privat ein Paar und machen das Ganze seit 2004. Die Ur-Idee ist von 95, da ist unser Konzept entstanden. Wir sind leidenschaftliche Kaffeetrinker gewesen, sind viel gereist und haben festgestellt, dass es wahnsinnig viel guten Kaffee überall auf der Welt gibt. Wir wollten das einfach selber ausprobieren. Wir haben angefangen bei uns zu Hause in der Pfanne zu rösten, um festzustellen, ob das funktioniert. Wir haben uns dann einen Probenröster gekauft und immer weiter experimentiert, bis wir dann eben letztendlich – viele viele Jahre später – nach vielen vielen Reisen in der ganzen Welt, 2004 den ersten Laden aufgemacht haben. In Winterhude. In dem wir mitten im Laden einen Röster hatten und auch immer noch haben.

Der Ursprungsladen war also in Winterhude. Wir sitzen ja jetzt hier im Schanzenviertel. Wie viele Mitarbeiter seid Ihr?

Wir sind ein Team von 25 Leuten, ein ganz tolles Team, sowohl in Winterhude als auch hier. Wir haben den Laden hier[im Schanzenviertel ] letztes Jahr gemacht, weil wir schon nach sehr kurzer Zeit gemerkt haben, dass der Laden in Winterhude aus allen Nähten platzt und wir irgendwann auch dazu übergegangen sind, den Großteil der Kaffees direkt zu kaufen. Das heißt, wir brauchten mehr Fläche für den Rohkaffee. Ein Teil des Rohkaffees ist jetzt hier [im Schanzenviertel]. Wir haben noch ein externes Lager im Freihafen. Und der Röster – drüben war es ein 12kg-Röster – lief sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Wir waren da einfach am Limit und haben dann diese alte Fabrik gefunden. Wir wollten in einen Hinterhof gehen um rösten zu können, Seminare machen zu können, was über Kaffee zu erzählen und ein bisschen mehr Ruhe in das Thema reinbringen. Da taten sich die Schanzenhöfe auf, so nennt sich das hier, in denen wir jetzt drinnen sind und rösten.

Wer röstet bei Euch, sind das der Thomas und Du oder gibt es noch andere?

 Das ist Thomas, ausschließlich Thomas.

Hier [im Schanzenviertel] habt ihr ja auch einen Röster stehen, d.h. Ihr habt zwei Röster?

Genau, hier ist das ein 45kg-Röster aus den 30er Jahren. Ein alter Röster, den wir haben restaurieren lassen.

Von Probat?

Auf jeden Fall. Schönes dickes Material. Macht guten Kaffee.

Gibt es einen Schwerpunkt bezüglich der Kaffees, also vor allem die Länder aus denen Ihr importiert oder macht Ihr da die ganze Welt?

Unser Schwerpunkt ist Lateinamerika, da kaufen wir unsere Kaffees direkt, was den Grund hat, dass wir dort eben auch selber früher immer sehr viel gereist sind und die Kontakte schon aufgebaut haben. Und jetzt eben stark engagiert im “Cup of Excellence” sind, dem Kaffeewettbewerb. Dort als Juroren vor Ort sind, Kaffees bewerten und darüber ein sehr großes Netzwerk zu den Bauern direkt aufgebaut haben. Dann haben wir auch den Ruanda, den Du jetzt trinkst, über den “Cup of Excellence” ersteigert. Dort waren wir noch nicht selbst vor Ort, fliegen aber dieses Jahr hin. Wir beziehen auch andere Kaffees über Importeure. Aus Asien und Afrika, zum Beispiel Projektkaffee, wild wachsende Kaffees aus Äthiopien. Da haben wir auch gerade einen neuen Kontakt, von dem wir erstmals auch aus Äthiopien direkt Kaffee herholen. Und so geht es eben immer weiter. Aber unser Schwerpunkt ist Lateinamerika, wo wir direkt kaufen.

Welche Packungsgrößen kann man bei Euch kaufen?

Ab 125 Gramm, da geht’s los, so dass man die Kaffees ausprobieren kann. Nach oben gibt es keine Grenze.

 Was für eine Verpackungsart verwendet Ihr?

Der Kaffee wird eingeschweißt in Aromaventiltüten, sodass der Kaffee sich länger hält.

Und Ihr habt mit Sicherheit auch einen Onlineshop, oder?

Wir haben auch einen Onlineshop, genau.

Du hast mir ja gerade zwei sehr leckere Kaffees serviert. Was ist denn zurzeit Dein Lieblingskaffee?

Du trinkst ihn gerade [Ruanda Cup of Excellence]. Deswegen habe ich Dir ja auch geraten den auch noch mal auszuprobieren, weil wir eben nicht nur den Ruanda mit hatten auf der Weltmeisterschaft in Kolumbien jetzt gerade. Das ist einer der besten Kaffees, den wir dort präsentiert haben. Das ist im Moment mein Lieblingskaffee. Wobei … das kann man eigentlich so gar nicht sagen. Es ist stimmungsabhängig, tagesformabhängig.

Ich liebe es, morgens mit einem doppelten Espresso aus der Slayer zu starten, da trinke ich immer den Inverno im Augenblick. Das ist ein neuer Espresso den wir gemacht haben, u. a. mit gelben Kirschen aus Costa Rica. Der hat so ein bisschen was blaubeeriges. Den finde ich unglaublich großartig. Jetzt trinkst Du aber gerade einen Ruanda, also als klassischer gebrühter Kaffee trinke ich den supergerne aus der Aeropresse oder handgefiltert. Aber das ist so und so. Mal haben wir ihn in der Mühle als Espresso. Ich finde den Costa Rica, den Kaffee den wir von dort direkt haben, großartig, der kommt aus dem Naturschutzgebiet. Das ist ein ganz klarer strahlender Kaffee.

Aber Du wirst mir recht geben, Ruanda ist ein Hammer. Und? Schmeckt er nach Whisky oder oder nach Meerrettich oder Wasabi oder so?

Der hat so was Scharfes. Das macht ihn, finde ich, so besonders. Wir verkosten die ganzen Kaffees hier drüben auf der anderen Seite im Produktionsbereich. Wir haben ihn im Team verkostet und jeder hat seine Meinung dazu gesagt. Aber der hat uns einfach alle so fasziniert, dass wir auf den geboten und gesteigert haben und ihn eben dann direkt geholt haben.

Gibt es denn eine Zubereitungsart die Du favorisierst oder ist das auch stimmungs- oder tagesabhängig?

Das ist wirklich großartig, weil wir ja bei uns jeden Kaffee in unterschiedlichen Brüharten aufbrühen. Und ich brühe sehr gerne Kaffees im Moment in der Aeropresse aus, aber mag es auch handgefiltert. Sie haben halt alle ihren Reiz und ihren eigenen Geschmack. Dann haben wir noch eine trifecta da stehen. Also ich würde immer Aeropress oder Handfilter bevorzugen.

Kannst Du mir kurz noch was über die trifecta erzählen. Da habe ich letztens einen kurz getrunken, aber ich kannte sie bis dato noch nicht. 

Also die Firma Bunn hat sich da eine Maschine ausgedacht, mit der man jede Tasse frisch zubereiten kann. Was für so ein Konzept, wie wir das machen, natürlich ganz toll ist, weil man immer noch die Möglichkeit hat dabei zu erklären wie der Kaffee schmeckt und wo er herkommt. Das ist ja die Idee.

Also die Idee bei unserem Konzept, dass wir jeden Kaffee, den wir rösten, zubereiten. Und das ist einfach eine Maschine die genau in dieses Bedürfnis kommt. Also es ist letztendlich eine Mischung aus Bodum-Kanne und Aeropress. Aber automatisch. Und man kann Brühprofile anlegen, Temperaturen anlegen und Turbulenzzeiten, also wann es durchgerührt wird. Das kann man jetzt nicht beschreiben, das muss ich einfach mal vorführen. Das würde ich dann gleich noch mal machen, wenn Du magst.

Ja gerne, dann können wir davon ja ein Video drehen.

 

Gibt’s noch irgendwas, was Du mir über Eure Rösterei erzählen möchtest? Was zeichnet Euch aus, was macht Euch speziell?

Ach, das müsstest Du eigentlich erzählen, so was machen wir irgendwie nicht. Ich kann Dir jetzt nur wirklich Deine Fragen beantworten, so wie Du sie mir gerade gestellt hast. Was jetzt das Besondere ist oder was einem gefällt, das müsste letztendlich jeder Gast oder Kunde selber entscheiden. Wir machen Kaffee.

Wie siehst du Du den Kaffeemarkt in der Zukunft? Also den Kaffeemarkt allgemein aber natürlich auch Spezialitätenkaffees und wie es für Euch als kleine Röstereien aussieht. 

Gut schaut’s aus! Wir machen es ja nun schon ein paar Jahre. Ich beobachte eine sehr spannende Entwicklung. Wir sind ja sehr viel international unterwegs. Aber auch in Deutschland wächst die Szene zusammen, das finde ich super. Man tauscht sich aus. Wir selber sind auch in der SCAE. Das ist ein Verband in dem Thomas Koordinator für Deutschland ist, der sich um Spezialitätenkaffees kümmert und das Thema sich auf die Fahne geschrieben hat. Es wächst zusammen, man trifft sich, baut ein Netzwerk auf und tauscht sich aus. Das ist ganz wichtig, weil es nicht diese Konkurrenz ist, die man untereinander hat. Wir wollen alle guten Kaffee machen und darüber gibt’s viel zu erzählen. Der eine macht es so, der andere macht es anders und es ist ein unheimlich spannendes Thema, was sehr viel Spaß macht und wir da sehr viel Freude dran haben uns deutschlandweit oder auch international mit anderen Röstern zu treffen und auszutauschen. Und es geht voran. Also ich glaube, der Verbraucher will guten Kaffee. Er will fairen oder direkt gehandelten Kaffee. Nachhaltigkeit -  ganz großes Stichwort – da geht die Reise hin. Und das wird sicherlich auch noch in den nächsten Jahren so weiter gehen.

Annika, vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview als Audio-File

Und als Video mit Diashow

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Auf einen Kaffee mit … Mario Joka von roestbar

4 August 2011 in Interviews, Persönlichkeiten, Röster

Das folgende Interview habe ich mit Mario Joka von roestbar aus Münster geführt. Mario betreibt seit 2003 zusammen mit seiner Frau Sandra eine Kaffeerösterei im schönen Münster. Eigentlich als kleiner Röstereibetrieb begonnen, betreiben die beiden mittlerweile drei Kaffeehäuser in Münster mir dem Namen roestbar.

Mario Joka von roestbar aus Münster

 

Hallo Mario,

wie bist du zum Kaffee(rösten) gekommen?

Gelernt habe ich Tischler, komme aus dem Handwerk und habe das Hobby – was schon fünf Jahre vor unserer Selbstständigkeit gestartet ist – zum Beruf gemacht. 2003 – seitdem gibt es die roestbar. Geplant war eigentlich nur eine Kaffeerösterei. Nur eine Garage anzumieten, von Firma zu Firma zu tingeln und frisch , traditionell gerösteten Kaffee zu vertreiben. Wir bekamen dann aber eine Ladenlokal angeboten, was auch ein paar Bestuhlungsplätze hergab und wo das alles passte und schwupps, waren wir in der Gastronomie.

Wieviele Mitarbeiter seid ihr?

Wir sind in den letzten Jahren ein bisschen gewachsen. Sind jetzt über 10 Festangestellte und immer so um die 30 – 35 Aushilfen mit drei Kaffeehäusern in Münster mittlerweile. Wir haben einen Industriehof, da ist ein Cafe und die Rösterei und die beiden anderen Kaffeehäuser sind einmal auf ein Viertel bezogen und einmal in Innenstadtnähe.

Wer röstet bei euch?

Bis zum letzten Jahr ausschließlich ich und jetzt macht das noch ein Kollege, der Carsten Wolters, der mittlerweile seit sechseinhalb Jahren bei uns in der Firma ist. Der hat sich das eineinhalb Jahre angeschaut und röstet jetzt mit.

Welchen Röster verwendet ihr?

Wir sind mit einem kleinen fünfer Probat angefangen, hatten dann eine mittlere Stufe und haben jetzt einen 25er Probat.

Habt ihr einen Schwerpunkt bezüglich der Länder?

Leidenschaftlich röste ich lieber fruchtige afrikanische Kaffees. Haben aber wirklich von Mittel-, Südamerika über Afrika, Vorderasien bis Ozeanien unsere Kaffees. Bei uns in der Rösterei oder in den Cafés kannst du immer so um die 12- 15 versciedenste Sorten kaufen. Mehr sortenreine Kaffees, haben aber auch Mischungen. Und für Firmenkunden haben wir noch ein paar andere im Sortiment – je nach Wunsch des Kunden.

Von wo bezieht ihr den Rohkaffee?

Von verschiedensten Händlern. Sehr viel macht InterAmerican aus.

Welche Packungsgrößen kann man bei euch kaufen?

250g, 500g, 1kg. In einem unserer Geschäfte kann man auch 100g beziehen.

Verkauft ihr den Kaffee auch online?

Einen Online-Shop haben wir auch. Den findet ihr hier.

Was ist (zur Zeit) dein Lieblingskaffee und wie trinkst du ihn/bereitest du ihn zu?

Ich bin da wirklich so ein Klassiker. Ich liebe Pressstempelkannen. Mein Lieblingskaffee ist ein äthiopischer Yirgacheffe. Das war auch so der erste Kaffee der uns zum Kaffeerösten gebracht hat. Früher als Tischler hat man kannenweise Kaffees auf Baustellen getrunken aus der Thermoskanne und vor vierzehn Jahren Yirgacheffe probiert . Das war dann das ausschlaggebende wo wir gesagt haben „Wow, so kann Kaffee schmecken!“. Und das ist immer noch meine Leidenschaft geblieben – äthiopischer Kaffee. Wenn man etwas Gutes erwischt. Momentan ist das ja relativ schwierig, dort etwas Gutes zu kriegen.

Was möchtest du mir sonst noch über eure Rösterei erzählen? Was macht euch speziell?

Wir sind mit drei Kaffeehäusern definitiv keine Kette. Wir sind ein sehr individueller Betrieb. Jedes Haus ist anders gestaltet. Das eine hat einen französischen, das andere einen skandinavischen Style.

Ich glaube, was uns auszeichnet ist, das wir ein abgefahren tolles Team haben, die sehr nett sind und untereinander wirklich gut kommunizieren. Ich sag immer: Wir sind so ein bisschen Rock ´n´Roll. Und es muss einfach Spaß machen das Ganze. Es gibt bei uns keine Arbeitskleidung, die vorgeschrieben ist. Der Kunde soll sich direkt wohlfühlen, wenn er den Laden betritt und soll gleich mit zur Familie gehören.

Welche Entwicklung siehst du im Kaffeemarkt in der Zukunft? Allgemein und für Kleinröstereien und Spezialitätenkaffees im Speziellen.

Ich glaube, dass der Spezialitätenmarkt in Deutschland begonnen hat, seit 1-2 Jahren. 2003 war das noch so, dass man wirklich gerade so anfing, dass es wieder um Spezialitätenkaffees ging. Jetzt hat die Welle an Fahrt aufgenommen. Ich glaube aber dass da noch einiges offen ist. Was ich manchmal nicht so schön finde: Man sollte, wenn man sich mit einer Kaffeerösterei selbstständig macht, nicht das große Geld wittern, sondern man muss wirklich eine Leidenschaft dafür haben.

Was in Zukunft immer schwieriger wird, ist der Markt der Spezialitätenkaffees. Gute Spezialitätenkaffees zu bekommen. Und genau wie hier bei Roasters & Baristi Kooperationen zu schließen, das ist wichtig für die Zukunft. Sich auszutauschen, wo bekommt man Rohkaffee her, vielleicht auch einen Direkteinkauf zu machen.

 Mario, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview als Audio-File
 

 

 

Auf einen Kaffee mit … Mario Joka von roestbar by kaffeepioniere

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