Auf einen Kaffee mit … Mario Joka von roestbar

Das folgende Interview habe ich mit Mario Joka von roestbar aus Münster geführt. Mario betreibt seit 2003 zusammen mit seiner Frau Sandra eine Kaffeerösterei im schönen Münster. Eigentlich als kleiner Röstereibetrieb begonnen, betreiben die beiden mittlerweile drei Kaffeehäuser in Münster mir dem Namen roestbar.

Mario Joka von roestbar aus Münster

 

Hallo Mario,

wie bist du zum Kaffee(rösten) gekommen?

Gelernt habe ich Tischler, komme aus dem Handwerk und habe das Hobby – was schon fünf Jahre vor unserer Selbstständigkeit gestartet ist – zum Beruf gemacht. 2003 – seitdem gibt es die roestbar. Geplant war eigentlich nur eine Kaffeerösterei. Nur eine Garage anzumieten, von Firma zu Firma zu tingeln und frisch , traditionell gerösteten Kaffee zu vertreiben. Wir bekamen dann aber eine Ladenlokal angeboten, was auch ein paar Bestuhlungsplätze hergab und wo das alles passte und schwupps, waren wir in der Gastronomie.

Wieviele Mitarbeiter seid ihr?

Wir sind in den letzten Jahren ein bisschen gewachsen. Sind jetzt über 10 Festangestellte und immer so um die 30 – 35 Aushilfen mit drei Kaffeehäusern in Münster mittlerweile. Wir haben einen Industriehof, da ist ein Cafe und die Rösterei und die beiden anderen Kaffeehäuser sind einmal auf ein Viertel bezogen und einmal in Innenstadtnähe.

Wer röstet bei euch?

Bis zum letzten Jahr ausschließlich ich und jetzt macht das noch ein Kollege, der Carsten Wolters, der mittlerweile seit sechseinhalb Jahren bei uns in der Firma ist. Der hat sich das eineinhalb Jahre angeschaut und röstet jetzt mit.

Welchen Röster verwendet ihr?

Wir sind mit einem kleinen fünfer Probat angefangen, hatten dann eine mittlere Stufe und haben jetzt einen 25er Probat.

Habt ihr einen Schwerpunkt bezüglich der Länder?

Leidenschaftlich röste ich lieber fruchtige afrikanische Kaffees. Haben aber wirklich von Mittel-, Südamerika über Afrika, Vorderasien bis Ozeanien unsere Kaffees. Bei uns in der Rösterei oder in den Cafés kannst du immer so um die 12- 15 versciedenste Sorten kaufen. Mehr sortenreine Kaffees, haben aber auch Mischungen. Und für Firmenkunden haben wir noch ein paar andere im Sortiment – je nach Wunsch des Kunden.

Von wo bezieht ihr den Rohkaffee?

Von verschiedensten Händlern. Sehr viel macht InterAmerican aus.

Welche Packungsgrößen kann man bei euch kaufen?

250g, 500g, 1kg. In einem unserer Geschäfte kann man auch 100g beziehen.

Verkauft ihr den Kaffee auch online?

Einen Online-Shop haben wir auch. Den findet ihr hier.

Was ist (zur Zeit) dein Lieblingskaffee und wie trinkst du ihn/bereitest du ihn zu?

Ich bin da wirklich so ein Klassiker. Ich liebe Pressstempelkannen. Mein Lieblingskaffee ist ein äthiopischer Yirgacheffe. Das war auch so der erste Kaffee der uns zum Kaffeerösten gebracht hat. Früher als Tischler hat man kannenweise Kaffees auf Baustellen getrunken aus der Thermoskanne und vor vierzehn Jahren Yirgacheffe probiert . Das war dann das ausschlaggebende wo wir gesagt haben „Wow, so kann Kaffee schmecken!“. Und das ist immer noch meine Leidenschaft geblieben – äthiopischer Kaffee. Wenn man etwas Gutes erwischt. Momentan ist das ja relativ schwierig, dort etwas Gutes zu kriegen.

Was möchtest du mir sonst noch über eure Rösterei erzählen? Was macht euch speziell?

Wir sind mit drei Kaffeehäusern definitiv keine Kette. Wir sind ein sehr individueller Betrieb. Jedes Haus ist anders gestaltet. Das eine hat einen französischen, das andere einen skandinavischen Style.

Ich glaube, was uns auszeichnet ist, das wir ein abgefahren tolles Team haben, die sehr nett sind und untereinander wirklich gut kommunizieren. Ich sag immer: Wir sind so ein bisschen Rock ´n´Roll. Und es muss einfach Spaß machen das Ganze. Es gibt bei uns keine Arbeitskleidung, die vorgeschrieben ist. Der Kunde soll sich direkt wohlfühlen, wenn er den Laden betritt und soll gleich mit zur Familie gehören.

Welche Entwicklung siehst du im Kaffeemarkt in der Zukunft? Allgemein und für Kleinröstereien und Spezialitätenkaffees im Speziellen.

Ich glaube, dass der Spezialitätenmarkt in Deutschland begonnen hat, seit 1-2 Jahren. 2003 war das noch so, dass man wirklich gerade so anfing, dass es wieder um Spezialitätenkaffees ging. Jetzt hat die Welle an Fahrt aufgenommen. Ich glaube aber dass da noch einiges offen ist. Was ich manchmal nicht so schön finde: Man sollte, wenn man sich mit einer Kaffeerösterei selbstständig macht, nicht das große Geld wittern, sondern man muss wirklich eine Leidenschaft dafür haben.

Was in Zukunft immer schwieriger wird, ist der Markt der Spezialitätenkaffees. Gute Spezialitätenkaffees zu bekommen. Und genau wie hier bei Roasters & Baristi Kooperationen zu schließen, das ist wichtig für die Zukunft. Sich auszutauschen, wo bekommt man Rohkaffee her, vielleicht auch einen Direkteinkauf zu machen.

 Mario, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview als Audio-File
 

 

 

Auf einen Kaffee mit … Mario Joka von roestbar by kaffeepioniere

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar



Klingler-468x60

Auf dem Laufenden bleiben

Trage hier deine Emailadresse ein um den Newsletter zu erhalten.

E-Mail-Adresse:

Anzeige

Eure Kaffeerösterei ist noch nicht dabei? Dann scheibt mir eine Mail an eintrag@kaffeepioniere.de.